Die Katzenflüsterer – Der BLOG #8

Die Katzenflüsterer – Der BLOG #8

Der ERLÖS der POESIE- und WUNDER-Bücher von Selina Leone kommt aktuell den Straßenkatzen in Dalmatien und Österreich zugute!

// Juni 2024

Im Katzenflüsterer-BLOG geht es um die dalmatinischen Straßenkatzen, er ist die FORTSETZUNG von meinem WUNDER Buch Zwei / Momente zum Staunen – Die Katzenflüsterer. Dort berichte ich über die samtigen Streuner, die wir – Sel & Gil – auf der kroatischen Küste aufgenommen haben und wie die Anfangs-Formel „aus 4 wird 8 wird 11“ entstand. Aus der Katzenflüsterer-Rolle sind wir alles andere als raus gekommen! Wie geht es nun weiter mit unserer pelzigen Ursprungsfamilie? Müssen wir unseren großen Wunsch, die 11er-Riege zusammenzubringen, aufgeben? Was wird aus Lucy und Sissy? Die Formel wird auf jeden Fall komplexer: aus 11-4-2 wird 5+1+1=7+2+(1+4)=14-5=9+(1+1+1)=12+/-? Was geschieht nach dem Fragezeichen? Die traurige Geschichte dazu, wie auch freudige Wunder setzen sich in diesem BLOG fort. 

Freudige Erwartung

// 6. Juni 2024, Adriatische Küste

Bei meinem neuerlichen Besuch der am Camp verbliebenen Katzen unserer Samtpfoten-Ursprungsfamilie – Lucy und Sissy – erzählt mir die tierliebende Vermieterin – wie bereits in BLOG #4 erwähnt – ihre Beobachtungen: „Jedesmal wenn deutschsprachige Campinggäste eintreffen, laufen die Katzen dorthin. Dort, wo sie deutsche Worte hören.“ „Sie verstehen eben die deutsche Sprache besser, mit der sie mit uns viele Monate aufgewachsen sind.“, bringe ich meine Erklärung dazu ein. Sie hatte eine andere Schlussfolgerung: „Es ist, als ob sie in freudiger Erwartung seien: Sel & Gil sind zurückgekommen!“ Wie rührend! Ja, nun bin ich, Sel, wieder mal zurückgekommen und ja, die beiden haben mich freudig begrüßt. Nach diesem Willkommens-Statement am Camp frag ich mich nun umso mehr: Soll ich die Katzen-Schwestern diesmal mitnehmen, zu uns ins Hinterland, wo Gil mit all den vielen „Babys“ auf uns wartet? Zu Lucys Katzenkind Levi und dessen Vater Ohrli? Zu Freundin Bijuty und deren wie auch Lucys Stillkindern Bijela, Bono, Brosa, Bora? Auf der Fahrt hierher hat mein Höheres Selbst auf jene Frage auf diese Weise geantwortet: „Wenn es ihnen gut geht, sollen sie bis Herbst hier in ihrem Zuhause bleiben“.Bis dahin haben wir womöglich schon einen Platz für unseren Ranč-Herzenswunsch gefunden!“, waren meine hoffnungsvollen Gedanken dazu.  

Nun bin ich da. Nun, ja, es geht ihnen gut! Und sie haben sogar Katzenfreunde hier. Der grau-weiße Grewy, den wir vom Camp kennen, hat Lucy Nase-Nase begrüßt. Abends kam auch Agli, der wie Ohrlis Bruder aussieht, zu Besuch auf das Camp und begrüßte beide Schwestern freundlich. Es war ein zusätzliches Glücksgefühl, die alten Straßenkatzen-Freunde gesund anzutreffen. Sogleich fiel mir der charismatische Grey ein, der sein Revier andernorts zu haben scheint, doch oftmals hier am Camp seine Runden drehte! Bei meinen letzten Besuchen konnte ich ihn nicht erblicken. Ob ich ihn diesmal wiedersehen werde, den vermutlichen Vater von Bijutys „Streifenhörnchen“? Vielleicht kam er damals nur deshalb, um Bijuty – und damit vor allem auch uns – mit süßen Katzenkindern zu beglücken? Doch Grey ist mittlerweile kastriert – in WUNDER Buch Zwei berichte ich über jene Episode. Grey ist vom Trieb befreit und Bijuty war seine große Liebe und sie ist nun weg. Er hat womöglich keinen Grund mehr, seine Kreise hier zu drehen? 

Wie auch immer! Derzeit stellt sich die andere Frage: Sollen wir nun die Katzen-Schwestern wirklich hier wegreißen? Wird Grewy dann einsam sein? Früher waren es um die 20 Katzen, die hier im Sommer ihr Unwesen trieben und bei den Campinggästen ihr Abendmahl erbettelten. Nun sind es nur noch drei, die hier leben! Haben wir unser Unwesen getrieben, weil nun alle kastriert bzw. weggerissen wurden? Haben wir die Katzen von Lisičina aussterben lassen?

Gegenfrage: Wo wären sie jetzt, wenn wir nicht gewesen wären? Vom Kater gefressen? Verhungert? Von Revierkämpfen gezeichnet? Vom Auto überfahren? Tja, diese und andere mögliche Szenarien hab ich bereits ausführlicher in meinem besagten WUNDER Buch Zwei in Worte gefasst. Das Leben ist eine Gratwanderung. Wir werden es nie wissen – was wäre wenn gewesen … 

Es ist wie es ist. Punkt. 

Tränen der Trauer

// 14. Juni 2024

Schnell kann es gehen zwischen freudigen und traurigen Ereignissen …

Gretl, unser quirliges, jüngstes, lebensfrohes Straßenkätzchen, das mit ihren drei Freunden Gipsy, O.G. und sogar manchmal schon Maya quasi in unserem Vorraum lebte, war seit knapp zwei Tagen abgängig – als ich am 12. Juni zurück kam vom Camp an der kroatischen Küste …

Mit Lucy und Sissy? … Bis zuletzt wusste ich nicht, soll ich sie mitnehmen oder nicht. Was ist richtig? Was ist dienlich? Bis zuletzt dachte ich, ich lasse sie hier, wir warten doch noch: Es geht ihnen gut am Camp, es ist Sommer, das Camp ist voll, sie bekommen genügend Futter, sie haben auch ihren Jagdinstinkt nicht verloren, wir holen sie lieber an einem Neumond-Tag am Ende des Sommers …

„Worauf sollen wir warten?“, diese Worte von Gil, Tage zuvor, klangen immer noch in meinen Ohren. Dennoch packte ich alles zusammen, beglich die Rechnung meines Aufenthalts von einer Woche, in der Intention, noch einkaufen zu fahren, bevor ich alleine die Rückreise ins Hinterland antrete, und die Katzen hier zurücklasse. Vorerst. Gil würde nach seinem demnächst geplanten Österreich-Aufenthalt nochmal zu ihnen schauen und dann weiter entscheiden. So schritt ich wehmütig zum Auto zurück, mit den Sachen aus dem Kühlschrank, kam zu den Katzen, um ihnen noch ein deftiges Menü anzubieten, bevor ich das Geschehen verlassen würde. Ich machte den Kofferraum auf, nahm das Futter zur Hand und … zum Glück stand ich alleine und geschützt am Ende des Campingplatzes … denn plötzlich überkam mich ein tiefes Gefühl der Trauer. Ich schluchzte so heftig, heulte mir alles von der Seele und wusste nicht, woher das so unerwartet kam. Es schoss aus meinem Innersten, aus meinem liebenden Herzen heraus. Das Gefühl, ich könne die Katzen nicht hier im Stich lassen, war so stark. Obwohl ich wusste, sie können gut damit zurechtkommen. Oder war es mein Ego, das so reagierte? Nein. Es war ein ein tiefes Mitgefühl, wahre Liebe, die ich für die samtigen Schwestern empfand. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Verbundenheit. 

Aber womöglich war es auch ein altes Muster, das mit hochkam in mir? Das alte Gefühl des Verlassenwerdens? Das Gefühl der Einsamkeit? Es war ein ganz inniges, doch auch trauriges Gefühl, ein seelischer Schmerz. Im Nachhinein erinnere ich mich an dieses Gefühl in meiner Kindheit, als ich zwölf war und mein Papa diese Welt verließ. In meiner Trilogie „alles hat SINN im abenteuer leben“ erzähle ich über jene Erkenntnisse und meine Gefühlswelt. 

In der Hoffnung auf Bestätigung meines unbewussten Bestrebens, rief ich Gil an, per Video, schluchzend, mit Tränen in den Augen, brauchte es wenig Überzeugungskraft: „Dann nimm sie mit!“ Ohne weiter zu überlegen, stellte ich eine Transportbox auf, warf ein bisschen Trockenfutter hinein und schon trappelte Lucy geradewegs hinein. Als ich zumachen wollte, lief sie wieder raus. Okay, war es das dann? „Lucy, komm doch mit mit mir! Du und deine Schwester …“, motivierte ich sie. Ein neuerlicher Versuch. Lucy ging nochmal rein. Türe zu. Diesmal klappte es. Zweite Box aus dem Auto. Zwischenzeitlich musste ich Grewy, den grau-weißen Freund, mit einer Futtergabe an der gewohnten Labstelle abhalten, damit er nicht mit in die Box huscht. „Du kannst leider nicht mitkommen, mein Lieber!“, kam neuerlich Traurigkeit auf. Das gleiche Spiel mit Sissy. Auch sie war rasch motiviert, sich das Futter in der Box zu holen, beim Schließen der Gittertüre musste ich sie ein bisschen am Popo hineinschubsen. Doch es klappte beim ersten Mal. Nun heulte ich vor Freude, vor Rührung. Sie würden wirklich mit mir mitkommen! Es gab ein bisschen Raunzen, doch sie gewährten. Sie vertrauten! 

Ja, wir haben nun die letzten beiden Katzen aus unserer Ursprungs-Katzenfamilie auch vom Camp und somit vom Streunerleben weggeholt. Sie waren die bravsten Katzen, die ich bisher im Auto transportiert habe. Sie schliefen die meiste Zeit, manchmal ein kurzes „Mau“, doch mit ein bisschen Erklären und Erzählen, was sie erwarten würde, waren sie wieder ruhig und im Vertrauen. 

Als ich ankam, war unsere Hoffnung, sie würden die Katzenfamilie kennen. Nachdem was wir bei Bijuty und Ohrli erlebt hatten, war unsere Erwartung eine andere. Anfangs in der Box beschnupperten sich alle und wir dachten, weil selbst Bijela ruhig reagierte, es gibt hier Akzeptanz und sie kennen sich. Doch beim zweiten Mal gab es schon den obligaten Pfaucher unserer schwarzen Katz. Sobald die beiden im Schlafzimmer rumliefen und wir den einen oder anderen zu ihnen ließen, reagierte Lucy mit derartigem bösen Knurren, dass selbst ich Angst bekam. Sie warnte mich: „Lass mir die Ruhe, die ich brauche! Halte mir die Katzen vom Leibe! Mir ist das alles grad zu viel!“ Okay, ich akzeptiere. Weder wollte Lucy ihren Sohn Levi zu diesem Zeitpunkt begrüßen, noch hatte sie den gutmütigen Freund Ohrli geduldet. Obwohl die beiden am liebsten gleich im Bettchen bei Mama und der Geliebten ein Schläfchen gemacht hätten. Lucy wurde so stinkig, dass sie selbst ihre Schwester Zähne fletschend anpfauchte. Okay. Wir geben ihr die Zeit, die sie braucht. Wir haben wohl überstürzt reagiert, im Wunsche, sie würden sich doch kennen. Revier bleibt Revier und das muss eben verteidigt werden. Von beiden Seiten. Wir wissen, es braucht seine Zeit, bis sie erkennen, es ist nun aller Revier, das geteilt werden darf. 

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Nach der ersten Aufregung ließen wir den beiden Neuzugängen Ruhe im neuen (Be)Reich und gingen auf die Suche nach der vermissten Gretl …

Gretl tauchte nicht auf. Sie blieb abgängig. Zwei Tage waren wir in der quälenden Ungewissheit. Doch dann lüftete sie uns ihr Geheimnis in trauriger Form. Gil suchte die Gegend mit dem Auto ab, nach dem die Suchgänge zu Fuß nichts brachten. In einer Kurve auf der Hauptzufahrtsstraße zum alten Steindorf, machte er die Entdeckung. Erst dachte er, ein Stein würde dort liegen. Doch … es war zu aller Leidwesen die uns ans Herz gewachsene, grau-weiße, ein paar Monate junge Gretl … wohl angefahren von einem Auto, an der Seite, am Straßenrand liegend. Tot! 

Wir konnten und wollten es nicht fassen! Warum? Warum muss dieses liebliche Wesen gerade wenn ein Auto unachtsam vorbeifährt auf der Straße ihr Unwesen treiben? Womöglich hat sie etwas gejagt? Oder sie wurde gejagt? Von den freilaufenden Hunden hier in dieser Einöde? Warum musste sie von so einem wahnsinnigen Autofahrer auf der Straße erfasst werden – trotz eines sehr geringen Verkehrsaufkommens in dieser verlassenen Gegend, wo es aber leider unvorsichtige Raser gibt, die Tiere nur als Nutzvieh sehen? Warum muss ein so lebensfrohes, verspieltes, junges Kätzchen, das Zeitliche so früh segnen? 

Hätten wir nicht „eingegriffen“, sprich geholfen, wäre Gretl längst hinüber gegangen. Im Dezember wäre sie an einer Infektion gestorben oder erfroren. Wir retteten sie in einem Blumentopf draußen bei Minusgraden, vor der Haustüre von einem der Bewohner. Später hatte sie eine entzündete Backe, die wir behandelten. Was haben wir ihr damals alles „angetan“ – mit Tierarzt-Besuchen, Medikamenten, Behandlungen! Vielleicht wollte sie dies alles nicht mehr erleben? Schlechtes Gewissen braucht niemand! Es ist nicht unsere Verantwortung, gar Schuld! Wir wollten sie retten, ihr helfen! Ja, wir haben mehrmals medizinisch eingegriffen, sie auch kastrieren lassen. Doch haben wir ihr dadurch ein halbes Jahr mehr Leben geschenkt, Liebe und Zuneigung, mehr als sie wohl ohne uns nie bekommen hätte können. Haben wir ihr durch unser Eingreifen so einiges ersparen können, wie Revierkämpfe, Jagd, Triebhaftigkeit, ein endloses Paarungs- und Vermehrungsverhalten, damit verbundenes Leid, Hunger, Futterneid, Futtersuche? Wir denken schon! Sie hätte sich wohl nie in ihren jungen etwa acht Monaten so angenommen, versorgt und geliebt gefühlt. Warum musste sie gehen? War es ihr selbst erwähltes Schicksal, das wir nur hinausgezögert hatten durch unser Einmischen als hilflose Helfer? 

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Später hab ich meinen Gefühlen in Reimform freien Lauf gelassen und unserer kleinen Greti meine Ehrerbietung in Mundart verliehen. Das Gedicht wird im nächsten Poesie-Album „Selinas Poesie K wie Katze“ Platz finden.

Für alle, die wir lieb gewonnen haben 

und die nimmer in der Form bei uns sind …

#pfiatigreti

// Juli 2024

Greti, warum host miasn gehn, so fruah

Quirlig wie a Mädl worst, frech wie a Bua

Bist ane von den Streetcats-Würfen

Monchmoi hob i da übers Fö streichn dirfn

Im oidn Steindorf homma di gfüttert

Da koide Winter hot di sche verbittert

Konnten di retten mit der Schuimedizin

Wolltest ´leicht domois scho von uns gehn? 

Hobn di ins Herz gschlossn, du kloane Goas

Ajo, bist a Samtpfote – a liabe, i woaß

Voi gern woitest kumman, verspüt Kreise drehn

oba plötzli’ bist nimmer do …

Gretl, warum host miasn gehn

warum nua s’bold scho –

warum so fruah?

I hätt do no a Frog und a Bitte –

Herrgott, on di: Warum is des so?

Sie wor so a guate Söl in unserer Mitte

und no dazua so lebensfroh

Setz da bittschen auf dein Heil’gen Schein

Konn die Gretl wiada bei uns sein?

Bis donn – Pfiati Greti –

loss olle sche griaßn

Die Pipi host bestimmt scho gsehn

Wir olle gehn mol – wer’ ma miaßn

Die Zeit kummt, wo ma uns wiadasehn

Sel & Gil and the Eleven

Nach Gretl sind es erneut ELF Katzen, die quasi zu unserem Rudel gehören. Die uns ans Herz gewachsen sind. Die uns weiter begleiten dürfen und hoffentlich auch wollen:

Mit Bijuty hat es am Camp an der Adriaküste begonnen. Zu ihr gesellte sich Ohrli, mein erster Kater, und die beiden Sister Lucy und Sissy. Vier an der Zahl waren es anfangs – wie sie zu uns fanden, ist in meinem WUNDER Buch Zwei beschrieben. Ebenso die Geschichte, wie aus vier ELF wurden, durch ihre 4 und 3 Kittens. So wurden sie zu unserer ELEVEN-Riege. So entstand unser Slogan „Sel & Gil and the Eleven“. 

Die 11er-Katzen-Riege in unserer Ursprungsform wird es vorerst wohl nicht wieder geben. Doch öfter sind es ELF KATZEN, die uns begleiten, ob bei der Fütterung der Straßenkatzen oder auf dem wunderbaren CATWALK, wo wir mit dem Rudel spazieren gehen und erst unter den vier Eichen uns in der Sonne laben, danach im geschützteren Bereich im Obsthain entspannen. Manchmal kommt uns auch der Dorfhund besuchen und gibt uns Schutz vor Eindringlingen. In BLOG #7 hab ich über die Ehrerbietung gesprochen, die uns die Katzen mit diesem wunderbaren Ritual bieten. 

Und so setzte sich die Formel nun fort, inklusive der Straßenriege im alten Steindorf:

11-4-2 wird 5+1+1=7+2+(1+4)=14-5=9+(1+1+1)=12-1=11 – Es ist ein Kommen und Gehen, und einige Teile der Formel werden noch im weiteren BLOG entschlüsselt. Aktuell sind es nun wieder ELEVEN cats! Plus ein paar weitere Dorfkatzen, die wir füttern und betreuen, die auch bereits kastriert sind. Die aber hier bleiben würden, wenn wir einen neuen Platz gefunden haben. 

Um nun von dieser traurigen Geschichte der Minus Eins abzuwenden, auch wenn unsere Greti immer in unseren Herzen bleibt, möchte ich am Ende dieses Blogs eine kleine aber wahre WUNDER-Geschichte teilen …

Wunderheilung

// 19. Juni 2024 

In diesem Jahr durfte ich erstmals ein Gartenbeet für den Gemüseanbau nützen. In Selinas Poesie Z wie Zeit(alter) habe ich meine Ehrerbietung dem wunderbaren Geschenk der Natur gegenüber in Reimform geteilt. In meinem Element war ich auch im Juni, in dem ich stundenlang am Garteln war und im Beet gewerkt habe. Vom Gießen, Säen, Setzen, Beikraut jäten, bis hin zum Lichtblick-Erlebnis, dem Ernten … all das bedeutet: viel Bücken. Beim Zurückgehen fiel mir noch etwas ein, das ich noch schnell machen wollte. Im Umdrehen machte ich eine dumme Bewegung und hab mich verrissen. Sofort spürte ich einen Stich, eine Art Ischiasnerv-Schmerz im Kreuz. Ich konnte nicht mehr aufrecht gehen, hatte Angst, wenn ich eine falsche Bewegung mache, könnte ich mich gar nicht mehr bewegen. Bandscheibenvorfall oder was auch immer sich sogleich in meiner Gedankenwelt aufbauschte.

So legte ich mich erstmal vorsichtig gerade auf die Wiese, schaute wie es sich halbwegs erträglich und entspannend anfühlte, versuchte mein Kreuz zu erholen. Dem Heulen nahe, richtete ich mich nach einigen Minuten tapfer auf, rollte mich erst von der Seite in die Kindshaltung, wie beim Yoga, und kam nach unten gebeugt langsam rollend hoch, als wäre ich das erste Mal im Leben aufgestanden. In gebückter Haltung bewegte ich mich zum Haus, dort hab ich mich im Wohnzimmer auf die Couch gelegt, ausgeruht, vorsichtige Übungen zur Kräftigung meiner Mitte gemacht. Die Erleichterung ließ zu wünschen übrig. Nachts hab ich mich herumgewälzt, nicht gewusst wie ich am besten liegen soll, ohne Schmerz. Um 5.30h war Tagwache, ich konnte zwar in dem Leid nicht aufrecht gehen, wollte aber die Strawanzer-Katzen reinholen, die nachts nicht hereinkommen wollten. Vor allem hatte ich Sorge um Bijela, unsere schwarze Katze, die normalerweise nachts drinnen schläft und diesmal selbst auf Rufen und Suchen nicht kommen wollte. Eine schwarze Katze in der Nacht zu finden ist eine Herausforderung. Da half selbst die Stirnlampe nicht immer, um ihre leuchtenden Augen zu erhaschen. Alle anderen Balkon- und Straßenkatzen laufen mir bei der Suche stets nach wie ein Hund. Nur die Katze, die man gerade finden wollte, taucht ewig nicht auf. Gil ging des Morgens raus und holte Bijela diesmal schlaftrunken vom schiefen Turm vis-à-vis, der gerne als geschütztes Katzenhaus vor Hunden wie auch für ein friedliches Nickerchen Verwendung findet. Ein altes Holzgestell auf einem verfallenem Steinhaus, das wohl irgendwann droht zusammenzubrechen. 

Nun konnte ich mich nochmal beruhigt, wenn auch von Schmerz erfüllt, hinlegen. Lucy und Sissy waren ja seit einigen Tagen bei uns, in Quarantäne, sie durften noch nicht raus und seitdem ich sie vom Camp geholt hab, schlafen und wohnen sie bei mir im großen Schlafzimmer. Ich legte mich ins Bett auf den Rücken. Lucy trappelte zu mir aufs Bett, legte sich diesmal, erstmals, als ob sie meinen unbewussten Wunsch erkannt hätte, genau auf den Unterbauch im Beckenbereich. Sogleich spürte ich die wohltuende, entspannende Wirkung und schlief ein. Nach einer Stunde bin ich aufgewacht. Wohl weil ich irgendein Geräusch im Raum wahrgenommen hab. Sissy fing eine Fliege am Fliegengitter. Oh nein! Bitte nicht kaputt machen! Ich sprang auf, um das Gitter zu öffnen, bevor es löchrige Krallenspuren zu verzeichnen hat. 

Siehe da! Ich kann aufrecht gehen. Ich war erstaunt, als ich bemerkte, der stechende Schmerz war weg! Schonung sei dennoch angesagt, war mir bewusst. 

Doch: Lucy hat mich geheilt. Katzen sind wahrhaftige Heiler! 

Danke Lucy! Danke Wunder Katze! Danke Wunder Heilung.

Heiler Katzen – Mama Lucy und Sohn Levi spüren intuitiv, wo nach der Gartenarbeit wohlige Körperentspannung bewirkt werden darf

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Und nun muss ich die FORMEL von zuvor revidieren. 

11-4-2 wird 5+1+1=7+2+(1+4)=14-5=9+(1+1+1)=12-1=11+2=13

Sei beruhigt, ich kenne mich selbst nicht mehr ganz aus mit der Formel, darum mal kurz erläutert: 

Es sind mittlerweile wieder 13 Katzen, die zu unserem Rudel gehören. Lucy und Sissy waren ja ursprünglich schon dabei, doch haben wir sie damals am Camp zurückgelassen (11-4). Danach haben zwei der Kittens ihren neuen Platz gefunden (7-2). Mittlerweile haben Ohrli und Bijuty von der Vierer-Riege wieder zu uns gefunden (5+2). Dazwischen gab es ein Kommen und Gehen mit Maui und ihren Babys plus die weiteren Dorfkatzen, die mittlerweile mit all unseren Balkonkatzen bei uns auf Balkonien leben … Die berührende Geschichte von Daisy, einer weiteren Dorfkatze, folgt in Blog 10. Und nun haben wir die beiden rötlichen Geschwister Lucy und Sissy zurück zu uns an Bord geholt. So lautet die aktuelle Formel 11+2=13.

In Blog 9 darf ich euch über ein bestelltes WUNDER namens Levi berichten. Bleib dran!

Herzensgrüße Selina

Zitat (dieses kann auch auf Katzen zutreffen ;):

Du kannst deinen Kindern deine Liebe geben, nicht aber deine Gedanken.

Sie haben ihre eigenen. (Khalil Gibran)

Die Katzenflüsterer – Der BLOG #8

Die Katzenflüsterer – Der BLOG #5

Wohin geht die Reise weiter … ?
Fortsetzung von „WUNDER BUCH ZWEI – Die Katzenflüsterer“ als Blog …

Der ERLÖS des WUNDER-Buches kommt aktuell den Straßenkatzen in Dalmatien zugute!

Im Katzenflüsterer-BLOG geht es um die dalmatinischen Straßenkatzen. In WUNDER Buch Zwei / Momente zum Staunen – Die Katzenflüsterer berichte ich über die samtigen Streuner, die wir – Sel & Gil – auf der kroatischen Küste aufgenommen haben. In BLOG #5 geht es um die Fortsetzung der Katzenflüsterer-Story, mit der klärenden Frage, wohin Sel & Gil die Reise mit den „Sieben Zwergen“ weiter geführt hat und welche paradiesischen bis gar lebensbedrohlichen Abenteuer sie dort erleben.

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// Juni 2023

Zwei Paradiesische Plätze

Nach unseren ersten Wochen im Wohnwagen am Camp von Ende Mai an hat es uns Ende Juni erst einmal nach Slowenien verschlagen, auf einen paradiesischen Platz mit liebevollen neuen Freunden, die wir gewinnen durften. Ein Luxus war es, für uns als Camper im Wohnwagen, die wunderbare Sommerküche nützen zu dürfen, wo wir nicht nur kochen, sondern auch Brot backen konnten. Dort gab es auch eine für uns nutzbare, gepflegte Toilette – ebenso Luxus pur. Geduscht haben wir in der freien Natur – auf einem Baum haben wir unsere „Solardusche“ aufgehängt, deren Wasser sich durch die schwarze Farbe des Beutels erhitzen konnte – wenn die Sonne schien. Doch wir hatten auch viel Regen. Es war feuchtkalt in der Nacht. Die „Babys“ wollten wir vorerst nicht in den Wohnwagen lassen, doch dieses Vorhaben zog aufgrund der Wetterlage schnell wieder von dannen. Nachts blieben die sieben Kittens anfangs auch im Wohnwagen noch in den Boxen. Tagsüber entdeckten sie interessiert ihre neue Umgebung. Auch wenn dies für uns hohe Konzentration zwecks einer schützenden Behütung bedeutete, war es wunderbar zu beobachten, wie die jungen Kätzchen ihre neue Welt beschritten. Bijela, Bono, Brosa, Bora, Levi, Lavazza und Leo – so heißen die Sieben Zwerge, nach Geburtsstunde geordnet. 

Denkst du, sie sehen – bis auf die „schwarze Katz“ alle gleich aus? Nein! Jedes Kätzchen ist anders und etwas ganz besonderes!

In der Früh entstand gleich nach der ersten Nacht ein bereicherndes Ritual mit unseren etwa zwei bzw. drei Monate jungen Babys: Wir schnappten die Boxen, gingen nach draußen, machten die Gittertürchen auf und ließen – um deren Notdurft zu verrichten – „Die Sieben Zwerge“ hinaus in die Freiheit. Manchmal war es auch zu spät und die Boxen und Zwerge mussten gereinigt werden. Zwischenzeitlich klappten wir unsere Campingsessel auf und machten es uns frühmorgens, zugedeckt mit Tüchern und Decken, zur aufgehenden Sonne gerichtet gemütlich. Manchmal gar mit Regenschirm. Nach ihrem Freitoilettengang und nach einigen Grashalmen zur Vorspeise kamen „Die Sieben Zwerge“ freudig angetapselt, sprangen nach der Reihe auf unsere Schoß und es entstand sogleich ein bereicherndes und wärmendes Gefühl in allen Belangen. Streicheln, Schnurren, Liebkosen, Plaudern, Meditieren, Philosophieren, Genießen war angesagt, bevor wir sie zum Frühstücksbuffet führten. Diese magische Zeremonie mit unseren Flauschzwergen wurde zur Gewohnheit und mit Begeisterung jeden Morgen ausgekostet. Ein Moment zum Staunen! Ein WUNDER!

Lebensbedrohliche Abenteuer

Wir hatten Glück im Unglück. Es war eine Zeit der gravierenden Unwetter. Es brauten sich gewaltige Wolken zusammen. Gil filmte und sah sich die Gebilde von draußen an. Als der Regen begann, rief ich sofort unsere Plüschköpfe in den Wohnwagen. Plötzlich ist ein Zyklon über uns hinweggefegt. Wir konnten so schnell gar nicht schauen, riss der Sturm unser Vorzeit weg, über das Wohnwagen-Dach. Eine Stange traf Gil zum Glück nur am Oberarm. Mehrmals schrie ich Gil lauthals, tatsächlich hysterisch, weil voller Furcht zu, er soll hereinkommen. Er schaffte es rechtzeitig in die Kabine. Hagelkörner so groß wie riesige Murmeln trafen unser Hab und Gut breitseitig. Wir – samt der jungen Katzen – bibberten vor Angst um unser Leben. Der Blick auf eine über 100 Jahre alte, riesengroße Eiche – mit anderen gleicher Sorte – erfreute kürzlich noch unser Gemüt. Wochenlang spendeten diese perfekten Geschöpfe der Natur uns ihren Schatten. Diese wunderbare Eiche ist wenige Meter vor uns in den Ausläufern eines Tornados umgefallen. Die Schöpfung meint es gut mit uns. Die Eiche kippte in die andere Richtung. Unsere Schutzengeln taten hervorragende Dienste. Das Auto, das dem Wohnwagen Schutz bot, bekam kaum was ab. Der Wohnwagen blieb – abgesehen davon, dass er ab nun seitlich übersät war von Hagelkörner-Abdrücken – verschont. Das zerfetzte Vorzeit am Dach hat Hagelschutz geleistet und den Wohnwagen gerettet! Vor allem waren wir Lebewesen darin im Schutzmantel der Engeln eingehüllt. Minuten später, als alles vorbei war und sich der erste Schock und das Herzklopfen legte, tanzten wir barfuß über dem Eismeer der Verwüstung. Große Dankbarkeit war fühlbar, was wir den himmlischen Helfern und der wunderbaren Eiche wissen ließen. Danke! Wir leben! 

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Wir erlebten abgesehen von diesem Schockerlebnis und einem Krankheitsfall einer unserer Minimiezen (Bono hat es neuerlich gesundheitlich erwischt und wir wussten nicht, ob er es schaffen würde – vielleicht werde ich in einer weiteren WUNDER Geschichte näher darauf eingehen.) wundervolle Momente, die gesamte Zeit war unbeschreiblich fantastisch, friedlich, harmonisch, liebenswert, mit den Gastgebern, mit der wunderbaren Umgebung, mit unseren Katzen, mit unserem Wohnwagen, mit uns … 

Aufgrund der Wetter-Kapriolen war an diesem Standort leider ein Ortswechsel angebracht. Ende Juli landeten wir nicht unweit auf einer märchenhaften Alpaka Ranč. Abgesehen von feinsten Impressionen kamen auch andere Stimmungsbilder auf uns zu, die uns schwer fielen – in dieser Zeit, an diesem Ort … Denn wir mussten Abschied nehmen …

Sieben minus Zwei – ein Abschied reißt entzwei

Levi begrüßt seinen neuen Alpaka-Freund

Nachdem wir auf der Alpaka Ranč – @alpakaranc_pepito auf Instagram – angekommen waren, empfingen uns sogleich vier kuschelige Alpakas, vier Hunde, etliche Hühner, Küken, Laufenten, so einige Mini-Ziegen wie auch Mini-Pferde und eine wunderbar liebevolle, freundliche Gast-Familie, die gleicherweise Katzen daheim aufgenommen haben. Tierlieb waren sie allesamt. So fühlten wir uns samt tierischem Anhang umgehend wie zu Hause und wurden auch so aufgenommen in unserem neuen Reich. Unsere Jungmiezen gewöhnten sich schon bald an ihr neues Zuhause und wir ließen sie Schritt für Schritt auch ihren Drang zum Freigang gewähren. Von dort wo unser Wohnwagen stand, hatten wir ringsum eine herrliche Aussicht auf Felder und die wunderbare Hügellandschaft Sloweniens. So lag uns die Natur zu Füßen und nach einer Weile machten wir mit unserer Katzencrew gemeinsame Spaziergänge zum Entdecken der Weite der Welt. Wundervolle Momente zum Staunen verbanden uns dabei, wenn sie uns auf den Feldern begleiteten, hinter uns herliefen, Mäuse, Insekten oder Kriechtierchen jagten. Wenn wir sie beobachten konnten, sie die Bäume hochkletterten, miteinander spielten, zwischen den Gräsern am Feld herumsprangen und tapsten. Vor allem aber, wenn sie immer in unserer Nähe blieben und uns überall hin folgten. In die andere Richtung befand sich die Ranč mit dem Haus und den Stallungen, dahinter die Bundesstraße Richtung Kroatien, das unweit entfernt war. Anfangs fürchteten sich „Die Sieben Zwerge“ vor den bellenden Hunden oder den vielen neuen Tieren, die sie hier zu sehen bekamen. Doch schon bald freundeten sie sich mit den Ziegen, Alpakas und sogar mit den Hühnern an. 

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Seit unsere Kittens zur Welt gekommen waren, war es unser Anliegen, einen liebevollen Platz für sie zu finden, da wir ahnten, es würde uns zu viel werden – im Wohnwagen, und überhaupt auf Dauer mit so vielen Kätzchen, die ja auch größer werden. So setzten wir unsere Fühler in Bewegung, ob es hier in der Gegend ein neues Zuhause für die eine oder andere Kuscheltatze gäbe. Schon drei Tage nachdem wir auf der Ranč angekommen waren bekamen wir eine Nachricht, von unserer Gastgeberin zuvor. Sie hat eine liebe Nachbarin, die eine Katze hat und noch zwei Katzen dazu nehmen würde. Nun war es soweit! Eine fürchterliche Entscheidung war fällig! Welche zwei unserer ans Herz gewachsenen „Babys“ sollten wir nun hergeben? Allein die Vorstellung war schrecklich! Den ersten Wurf von Bijuty wollten wir keinesfalls „zerreißen“. Der zweite Wurf, so entschieden wir schwersten Herzens, soll unser Team verlassen. Es war so absurd, überhaupt irgendeines unserer lieb gewonnenen Kätzchen wegzugeben. Herzzerreißend! Tränenbäche sind geflossen, als ich die drei hingebracht habe. Ich konnte mich auch vor der lieben Neo-Mama nicht beherrschen. Lavazza und Leo sollten als Geschwisterpaar unser Rudel verlassen, galt unser persönlicher, doch unentschiedener Deal. So nahm ich auch Levi mit, die neue Besitzerin sollte selbst wählen, möchte sie vielleicht doch DREI Kittens nehmen oder wenn ZWEI, wie ursprünglich geplant, dann überlassen wir ihr die Entscheidung, ob zwei Buben oder ein Mädchen und ein Bub. Wir konnten dieses „Urteil“ nicht fällen … Die neue „Katzenmama“ nahm uns diese Hürde ab, sie wollte ein Pärchen. So war mir klar, LEVI kommt mit mir zurück. Er ist wie Lavazza ein „Ohrli“. Er ist der Sohn von unserem Küsten-Kater. Wir möchten sein Fleisch und Blut bei uns behalten. Als ich zurückkam, war Gil erleichtert, denn Levi sollte einfach bei uns bleiben, und so hoffte er, ich würde mit ihm zurückkommen. So war es. Der wunderschöne, soziale Levi, der es schafft, die Herzen aller, wie die der Alpakas, zu öffnen, blieb bei uns als unser „Ohrli“-Sohn.  

Ciao, hübscher kleiner Leo
Baba, süße, exotische Lavazza

Es war der 23. Juli 2023. Die Zeit mit den sieben Kittens möchten wir nicht missen. Sie war wundervoll. Nun ist es ruhig geworden. Es war recht stressig mit allen sieben bei der Fütterung. Lavazza und Leo, sie waren  unsere „Vielfraße“. Wir mussten die beiden stoppen, von den anderen fünf weghalten, weil sie wie Schaufelbagger alles aufgefuttert hätten, was ihnen in die Quere kam. Der Bauch war prall gefüllt in dem kleinen zarten Wesen. So sehr wir die beiden ins Herz geschlossen haben, dieser kleine Wermutstropfen war vorhanden. Er brachte Frieden und Ruhe in die nun übrig gebliebene 5er-Riege.

Doch war es, als hätte uns jemand einen Teil des Ganzen, des Gesamtwerkes, weggeschnitten. Andererseits waren wir erleichtert, weil wir wussten, die beiden haben es wirklich super gut erwischt mit ihrem neuen Zuhause. Ein Platz des Friedens in der Natur, in einem wunderbaren Haus, mit einer liebevollen „Dosenöffnerin“ und einem großen Garten, wo sie rumtollen können, fernab von stark befahrenen Straßen …

Habt es wunderschön! Pfiat euch, Lavazza und Leo, ihr wunderbaren Wesen!

So waren’s nur noch fünf! Aus 11-4-2 wird 5 lautet somit die aktuelle FORMEL. 

Ist die 11er Riege nun endgültig zerrissen? 

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Bis auf weitere, gut überstandene Hagelunwetter und – ebenso Glück im Unglück – einen tragischen Katzen-Unfall, der Gott sei Dank gut ausging, haben wir drei wundervolle Monate hier verbracht. Den Sommer über. Und wir wollten gerne weiter dort bleiben. Es war eine wunderbare Zeit mit so liebevollen, freundlichen, menschlichen wie tierischen Begegnungen. Doch die Jahreszeiten ändern sich. Es ist ein Sommerplatz mit Außentoilette sowie -dusche. Dieser Platz ist wunderbar für die warme Zeit zum Campen geeignet. Für günstige 10,- Euro am Tag durften wir mit Wohnwagen, versorgt mit Strom und Wasser, campen. Zusätzlich wurden wir mit frischen Eiern von den Ranč-Hühnern, mit hauseigenem Wein der Familie und regionalem Gemüse auf Wunsch versorgt. Eine Dixi-Toilette sowie jene malerische Feld-Fernsicht-Außendusche waren für uns stimmiges Luxusprogramm. Und unsere Katzen haben sich ebenso pudelwohl gefühlt.

Doch es gab Gründe, die der Sicherheit unserer Samtpfoten entgegenstanden, denn Bora hatte einen Autounfall, sie war verletzt, zum Glück hat sie alles gut überstanden, doch wir wollten nicht noch mehr riskieren. Die Straße ist nun doch zum großen Risiko geworden für unsere Freigänger-Katzen, die immer mehr entdecken wollten. Im Endeffekt war es diese schockierende Gegebenheit aber auch die wechselnde Jahreszeit, die uns schweren Herzens mitteilen wollten, etwas zu verändern … 

(Zum Thema „Bora hatte einen Unfall“: Ein Appell an alle Autofahrer kannst du im Account @influencerbitolder auf Instagram finden. Auch auf diese WUNDER Geschichte werde ich in einem weiteren WUNDER Buch eines Tages näher eingehen.)

Es war ein heißer Wonne-Oktober voller Sonne. Im September zeigte der Herbst jedoch bereits, wie kühl er sich anfühlen konnte. Das Duschen im Freien war zu einer unliebsamen Gewohnheit geworden. Im Wohnwagen wurde es ebenfalls ungemütlich, so mussten wir bald heizen. Nachts und bis zum Morgen gab es Feuchtigkeit und der Nebel zog einher. Wie würde sich das Wetter erst im Winter anfühlen? Die Vorstellung war schlimm genug und so zwang uns der einziehende Herbst einen anderen Platz anzuvisieren …

Er wird uns finden! Ganz bestimmt!

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Aus 4 wird 8 wird 11-4-2 wird 5+2=7+(2+1+4)-5=9+ Lass uns diese Formel weiter beleuchten – in BLOG 6!

Und wir beschäftigen uns neuerlich mit der Frage, wohin uns die weitere Reise mit den „Sieben Zwergen“ geführt hat. 

Ins nächste Paradies?

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Möchtest du die WUNDER Geschichte der werdenden Katzenflüsterer in Buch-Form lesen? Hier ist der LINK zur WUNDER-BUCH-REISE-ZWEI.

Glück passiert, wenn die richtige Vorbereitung auf die richtige Gelegenheit trifft.

(Aus dem empfehlenswerten Buch HUNA, Autor Serge Kahili King)

VOM LOSLASSEN UND DER KRAFT DER IMAGINATION

Ich habe eine besondere Erinnerung an meine allererste Wohnung. Sie bestand nur aus einem einzigen Raum, aber sie hatte ein riesiges Fenster, das sich über eine ganze Wandlänge erstreckte.

So hatte ich sogar vom Bett aus liegend einen vollkommen freien Blick auf ein grünes Tal in naher Entfernung. Auf leichter Anhöhe thronte dort eine imposante Kirche in schlichten Farben und Formen. Rundherum gruppierten sich stattliche Häuser, von denen ich meist nur die Dächer sah.

Alles in allem war es ein sehr ruhiges, harmonisches Bild, dass sich mir dort bot und dessen Wert mir erst viel später bewusst wurde.

Immer wieder träumte ich von dieser Wohnung, die ich damals so gerne verlies. Ich kehrte in sie zurück, in dem ich mir heimlich den Schlüssel behalten hatte. Immer wieder verschaffte ich mir so einen Zutritt in sie. Alle meine Sachen waren noch da, aber sie waren verstaubt und eigentlich wertlos. Aber ich hatte das Gefühl, dort nach etwas zu suchen und den Schlüssel noch nicht zurückgeben zu können.

Nach vielen Jahren bin ich zufällig in die Gegend gekommen, ohne dass ich genau wusste, wo ich war. Plötzlich sah ich die Kirche vor mir und die Häuser rundherum – und fühlte mich magisch davon angezogen. Ein Bild so vertraut – so tief in mir schlummernd – wurde wieder lebendig. Ich ging in die Kirche hinein und dann verlies ich sie, nahm Abschied.

Schade, dass ich damals, als ich in der Wohnung wohnte, nicht mehr Geduld und Wertschätzung für sie, für mich aufbringen konnte.

Auch in meine zweite Wohnung bin ich im Traum oft zurückgekehrt. Dort bot sich mir jedoch ein schöneres Bild. Sie war noch mit meinen Möbeln eingerichtet und nahm mich freundlich (wie sie war) in Empfang. Im Traum lebte ich dann einige Zeit in ihr, aber wieder war es verboten. Manchmal war man mir auf der Spur, schnell musste ich diese wieder verwischen. Hier gab es nichts mehr zu finden, aber es war schön dort zu sein.

Lange habe ich beide Träume nicht mehr gehabt. Das ist ein gutes Zeichen. Es gilt, sich von den Häusern der Vergangenheit zu lösen, die bloß unsere eingesperrten Gefühle beherbergen. Das erfordert vor allem Zeit und ein bewusstes Weitergehen, Schritt für Schritt.

Von meiner letzten Wohnung, aus der ich vor zwei Jahren endgültig ausgezogen bin, habe ich noch kein einziges Mal geträumt. Aber ich gehe oft dorthin. In meinen Gedanken sperre ich die Tür auf und gehe von Raum zu Raum. Ich sehe das helle Licht in ihr und das viele Weiß. Sie ist wunderschön, wie immer. Sie ist meine zweite Haut und ich spüre ihre Energie, die mich verzaubert.

Herzensgrüße an alle, die mutig Ihren Träumen folgen
und die Schatten der Vergangenheit erlösen!
Beatrix Antoni

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