BLEIB IM FLOW mit Margeaux #13

BLEIB IM FLOW mit Margeaux #13

Trauer hilft dir beim Loslassen

Trauer ist ein zutiefst menschliches Gefühl. Sie gehört zu den existenziellen Erfahrungen unseres Lebens – und doch versuchen wir sie meist zu vermeiden, zu überspielen oder zu verdrängen. Dabei ist Trauer nicht nur ein schmerzlicher Zustand, sondern auch eine heilsame Kraft. Sie hilft uns, Abschied zu nehmen – von Menschen, Beziehungen, Träumen oder Lebensphasen, die sich bereits überholt haben.

💔➡️💗
Trauer öffnet unser Herz. Sie macht uns empfänglich für Neues, für tieferes Mitgefühl, für Erkenntnis und innere Reifung.



Wenn Trauer fehlt …

In einer Welt, die Leistung über Emotion stellt, scheint kein Platz für Trauer zu sein. Wer nicht trauert, wirkt oft stark, unberührt oder „funktioniert“ einfach nur noch. Doch unter dieser Oberfläche kann sich eine wachsende innere Leere ausbreiten. Ohne Trauer verlieren wir den Kontakt zu unserer Tiefe – und damit zu uns selbst.

Das Risiko: Wir werden hart, oberflächlich, unberührbar. Die verdrängte Trauer kann uns innerlich aushöhlen.


Wenn Trauer zu viel Raum einnimmt …

Trauer braucht Zeit. Doch wenn sie uns über lange Zeit festhält, wird sie zur Last. Wir hängen an Vergangenem, verlieren die Verbindung zur Gegenwart und damit auch zur Lebensfreude. Der Alltag wird grau, schwer, hoffnungslos. Wir versinken in Melancholie, Wehleidigkeit oder Selbstmitleid.

Die Gefahr: Wir bleiben in der Vergangenheit stecken und finden keinen Zugang mehr zum Leben.


Die Kraft der Trauer

Richtig gelebt, ist Trauer eine große Lehrerin. Sie bringt dich in Kontakt mit deiner Verletzlichkeit – und mit deiner Menschlichkeit, deiner Fähigkeit Mitgefühl zu empfinden. In der Tiefe der Trauer liegen Weisheit, Liebe, Hingabe, Annahme und innerer Frieden verborgen. Sie ist das Element Wasser: Tränen reinigen. Und danach öffnet sich unser Herz erneut.


Heilsame Frage zur Reflexion

💡 Was darf ich loslassen, um Platz für Neues zu schaffen?

Diese Frage kann ein Schlüssel zurück ins Leben sein. Sie hilft, Trauer nicht zu fürchten, sondern als Prozess zu verstehen. Als eine Einladung, dir selbst neu zu begegnen.


Trauer ist ein natürlicher, gesunder Ausdruck unseres inneren Reichtums. Nur wenn wir den Mut haben zu trauern, können wir wirklich loslassen – und im Loslass-Prozess wächst bereits der Keim für den Mut Neues zu wagen, sich auf etwas Neues einzulassen.

Trauer ist nicht das Ende – sondern der Anfang von Tiefe & innerem Frieden.

„Was die Raupe Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling.“
Laotse

Bleib im Flow
mit Margeaux 💛
Das wünsche ich dir von Herzen ❤


Hashtags

#GefühleVerstehen #EmotionaleIntelligenz #VivianDittmar #InnererKompass #Selbstverbindung #Echte Gefühle #Trauer #Liebe #TiefeWeisheit

Weiter geht´s mit der Freude.

BLEIB IM FLOW mit Margeaux #9

BLEIB IM FLOW mit Margeaux #9

Das Erbe deiner Ahnen Teil 2
& die unerlösten Schattenthemen in dir

Eine Reise zurück in die eigene Familiengeschichte, kann manchmal ein großer Schritt vorwärts für die eigene Selbstfindung sein.

Manche Lasten, die wir durchs Leben tragen, gehören uns gar nicht. Sie stammen aus der Vergangenheit – aus Erfahrungen, die unsere Vorfahren nicht heilen konnten. Und doch klingen sie heute in uns nach, wie ein leises Echo, das uns erinnern soll.

Vielleicht fragst du dich manchmal:

* Warum wiederholen sich bestimmte Muster in meinem Leben?

* Warum reagiere ich übertrieben auf Situationen, obwohl objektiv nichts Dramatisches passiert?

Die Antwort darauf könnte in der trans-generationalen Weitergabe von emotionalen und energetischen Familienmustern liegen.

Hörst du die leisen Stimmen deiner Ahnen?

Das Erbe unserer Vorfahren umfasst weit mehr als Augenfarbe, Körpergröße oder Talente. Es reicht tief hinein in unsere Gefühlswelt, in unsere Überzeugungen, Werte und Denkweisen – bis hin zu übernommenen Traumata, Ängsten oder Schuldgefühlen.

Ein Beispiel aus meiner eigenen Geschichte:
Ich hatte eine unerklärliche Panik vor Mäusen und Ratten – obwohl ich keinerlei schlechte Erfahrung mit ihnen gemacht hatte und alle Tiere liebe, also auch Spinnen, Würmer oder Fledermäuse. Erst im Gespräch mit meiner Mutter wurde mir klar, dass diese Ängste aus ihrer Kindheit stammten. Die Bilder und Emotionen, die sie erlebt hatte, hatten sich unbewusst auf mich übertragen.

👣 Das zeigt: Die ungelösten Themen unserer Ahnen wirken – subtil, oft unbemerkt. Sie erscheinen in unseren Gefühlen, in der Art, wie wir lieben, wie wir mit Stress umgehen, oder wie wir unsere Kinder erziehen.

Was unsere Ahnen nicht sagen durften, zeigen uns unsere Gefühle.
Was unsere Ahnen nicht heilen konnten, sucht in uns nach Erlösung.

„Was nicht geheilt wurde, wird wiederholt.“

Diese Dynamiken laufen meist unbewusst ab: Durch beiläufige Bemerkungen, unausgesprochene Familienregeln oder durch Loyalitäten, die wir nicht hinterfragen.

Loyalitäten, die nicht uns gehören

Vielleicht kennst du das Gefühl: "Etwas hält mich zurück – aber ich weiß nicht, was."

Oft ist das ein Hinweis auf eine tiefe Verbundenheit mit dem Schicksal unserer Ahnen. Eine stille, unsichtbare Loyalität, die uns unbewusst in Mustern hält, die gar nicht zu unserem Leben gehören.

Ein weiteres Beispiel aus meiner Familiengeschichte:
Mein Urgroßvater wurde während der NS-Zeit unter Gewaltandrohung gezwungen, etwas gegen sein Gewissen zu tun. Er erzählte danach unter Tränen seiner Familie davon – und sprach später nie wieder darüber. Die Schuld, die er trug, hat sich auf mich übertragen. Jahrzehntelang verspürte ich Schuldgefühle beim Anblick von Polizisten – ohne dass ich je selbst etwas "angestellt" hätte.

Erst durch eine Familienaufstellung wurde mir bewusst: Diese Gefühle gehörten nicht mir. Sie waren ein Echo seiner Geschichte.

C.G. Jung sagte:
„Was du ablehnst, bleibt bestehen. Was du annimmst, kann sich wandeln.“

Unsere Schatten wollen nicht verurteilt werden – sie wollen gesehen, gespürt und gewürdigt werden. Ihre Botschaft lautet:

„Sieh mich. Würdige das Schicksal deines Ahnen – und geh deinen eigenen Weg.Wenn Heilung über Generationen wirkt

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel:
Eine Frau leidet seit Jahren unter starkem Übergewicht. Ihr Essverhalten ist geprägt von einem Gefühl des Mangels – obwohl es in ihrem Leben keinen realen Mangel gibt. Erst später erkennt sie: Ihre Vorfahren haben Krieg, Hunger und Flucht erlebt. Ihr Zellgedächtnis erinnert sich – und sie isst, als würde sie für mehrere Generationen mitessen. 🍽️

Das zeigt, wie tief diese unbewussten Themen wirken können – selbst wenn die äußeren Umstände längst andere sind.

Dein Weg zur Freiheit

Ich schreibe diesen Beitrag nicht als Expertin – sondern als Mensch auf dem Weg. Was ich gelernt habe:

✨ Ich darf würdigen, was war – und trotzdem meinen eigenen Weg gehen.
✨ Meine Gefühle sind der Schlüssel zur inneren Freiheit.
✨ Ich bin nicht verantwortlich für das, was war – aber ich bin frei, damit heute anders umzugehen.

Wenn wir das Erbe unserer Ahnen bewusst erkennen, können wir entscheiden:

🔹 Was möchte ich weitertragen?
🔹 Und was darf mit mir enden oder neu geschrieben werden?

Neben allem Schmerz und all den Schatten haben unsere Ahnen uns auch unermesslich viel geschenkt:

Unser Leben, unsere Kraft, unsere Fähigkeiten – und den Mut, weiterzugehen. In unserer Heilung ehren wir auch ihr Schicksal.

🕯️ Die Vergangenheit muss nicht unser Gefängnis sein. Sie darf unser Fundament sein. Indem wir schätzen und würdigen, sind wir bereit unseren eigenen Weg zu gehen, unsere eigenen Entscheidungen zu treffen und frei zu sein für ein wunderbares Leben, das uns von unseren Ahnen geschenkt wurde.

Bleib im Flow
mit Margeaux 🌿
Das wünsche ich dir von Herzen 💖
BLEIB IM FLOW mit Margeaux #8

BLEIB IM FLOW mit Margeaux #8

Das Erbe deiner Ahnen & unerlöste Schattenthemen in dir – Teil 1

Manche Lasten, die wir tragen, stammen aus Erfahrungen, die unsere Vorfahren nie heilen konnten – und die jetzt in uns nachklingen.

Fragst auch du dich auch manchmal:

* Warum wiederholen sich bestimmte Muster in meinem Leben?
* Warum reagiere ich in bestimmten Situationen so übertrieben, obwohl „eigentlich“ nichts Dramatisches passiert ist?

Die Antwort darauf könnte in der trans-generationalen Weitergabe von vererbten Familienmustern liegen.

Die leisen Stimmen deiner Ahnen

Das Thema „Erbe unserer Vorfahren“ ist mehr als die Farbe deiner Augen oder deine Körpergröße, mehr als deine Talente, Vorlieben und Fähigkeiten. Die trans-generationale Weitergabe betrifft auch Gefühle, Überzeugungen, Wertvorstellungen, sowie von einem Vorfahren erlittene Traumata und Schmerzerfahrungen.

Das könnte beispielsweise eine unerklärliche Phobie z.B. vor Ratten und Mäusen sein, die auf keinerlei Erfahrung in diesem Leben, beruhen. Ich habe meine Eltern befragt und stellte fest, dass diese Ängste, die auf realen Erfahrungen meiner Mutter beruhten, einfach auf mich übertragen wurden, ohne dass es mir bewusst war.

Die ungelöste Themen meiner Ahnen funktionieren wie folgt:

* Was meine Vorfahren nicht sagen durften, zeigen mir meine Gefühle.

* Was meine Vorfahren nicht heilen konnten, sucht in mir nach Gesehen-werden, Würdigung und Erlösung.

Was nicht geheilt wurde, wird wiederholt.

Diese Dynamiken wirken subtil:

*durch Kommentare, die beiläufig fallen
*durch unsere Art zu lieben oder unsere Kinder zu erziehen
*durch Wertvorstellungen, die wir bewusst oder unbewusst an die nächste Generation weitergeben

Nächsten Dienstag geht es mit der trans-generationalen Weitergabe von Familienmustern weiter. Bis dahin ...

Bleib im Flow
mit Margeaux (gesprochen Margo - reimt sich auf Flow)
Das wünsche ich dir von Herzen 💖

#Ahnenheilung #Schattenarbeit #CGJung #TransgenerationalePsychologie #Familienstellen #HeilungbeginntbeiDir #EmotionalesErbe #Selbstreflexion #Seelentiefe #Bewusstwerden
REISEBLOG 1/2 #WEICHENSTELLUNGEN

REISEBLOG 1/2 #WEICHENSTELLUNGEN

Aufgeregt vor dem Abflug, Flughafen Wien

Auf unserem Sterbebett werden wir nicht die Dinge bereuen, die wir getan haben – sondern die Dinge, die wir nicht getan haben.

Randy Tausch

Es liegt mir am Herzen, das obige Zitat und die folgenden Worte, die am Ende dieses Reiseblogs stehen, bereits auch hier am Anfang festzuhalten (für alle, die aus Zeitmangel oder anderem Interesse den Blog nicht lesen):

Wo brennt es in dir?

Wo ist es Zeit loszulassen?

Wo kannst du deinem Herzen mehr vertrauen als deinem Verstand?

Wo findest du deine Freude (wieder)?

Bist auch du mutig!?

Nimmst du das, was dir wirklich-wirklich wichtig ist, ernst?

Trete aus deiner Komfortzone heraus! 

Und erfreue dich deiner Freiheit, deinem Erfolg, deinem Glück, deinem Leben!


Ein Lieblingsplatz von mir – der Port von Barcelona

WEICHENSTELLUNGEN 

Wie ist die Idee einer Reise entstanden?

18. Februar 2019 – Im Bus nach Córdoba/Spanien beginne ich meine Erzählung aufzuschreiben. Die Namen in meiner Geschichte zwischen Fiktion und Wahrheit wurden teilweise geändert. 

Freiheit ist die Abwesenheit von Druck.

aus „Das Alphabet Gottes“


Idee Jakobsweg


Erst kam der Wunsch, einmal den Jakobsweg zu gehen. Nachdem ich in den letzten Jahren bereits mehrmals nach Mariazell gepilgert bin und ich es außerdem liebe, mich in der Natur zu bewegen, wurde der Ruf nach mehr in mir geweckt. Reisen war schon lange meine Leidenschaft. Das Jahr 2017 kürte ich zu meinem bisher intensivsten Reisejahr, wodurch mein Fernweh nur noch mehr geschürt wurde. Zu verdanken hatte ich dies auch Cara, meiner älteren Tochter, die mir durch ihren Beruf als Stewardess ermöglichen konnte, mit ihr zweimal nach Amerika zu reisen. 


Freiheit

Mein Lieblingsfilm “Eat Pray Love” mit Julia Roberts und Javier Bardem öffnete mein Herz, animierte mich zu einer ähnlichen Reise: 

erst Italien zum Essen, dann Indien zum Beten, dann Bali zum Verlieben. 

Welch wundervolle Vorstellung! 


Ich begann, nach dem Ende meiner 2 1/2-jährigen Beziehung meine Freiheit zu genießen – wobei Freiheit bei mir anders zu verstehen ist. Andere würden jetzt auf den Putz hauen, fortgehen, sich mit anderen Männern vergnügen. Das ist es nicht, was ICH unter Freiheit verstehe. Für mich ist Freiheit, meine Wahrheit zu leben. Ganz ich sein zu dürfen, mich nicht für einen anderen verbiegen oder verstellen zu müssen. Das zu leben, was mir wichtig ist. Trotz dieser nun gewonnenen Freiheit verspürte ich den Wunsch nach „dem“ Seelenpartner, der mich eben so nimmt wie ich bin. Mit all meinen Macken und meiner Freiheitsliebe. Und natürlich auch umgekehrt. Ein Mensch, dem ich alle meine Gefühle anvertrauen kann, mit dem ich gemeinsam wachsen kann. Mit all unseren Programmen und Gefühlen, in vollkommener Akzeptanz, ohne Erwartungen, bedingungslos liebend. 

In einer Meditation verspürte ich ganz deutlich, dass es diesen gibt und er auf mich irgendwo wartet. Geduldig. Bis ich soweit bin. Oder er.

Ein Seelenpartner muss nicht gesucht werden. Er findet uns genau dann, wenn beide Seelen dafür reif genug sind.

J.S. Wiech


Meine Überlegung kam auf, ob nicht doch mein Ex-Freund M. mein Seelenpartner sei. Von inniger Liebe in meinem Herzen spürend, wechselte meine Stimmung durch aufkommenden Zweifel gerne ihre Farbe. Ist er mein Seelenpartner? Doch wie könne dies der Fall sein, wenn ich Zweifel hege? Wenn er mein Seelenpartner wäre, würde ich es wissen und nicht zweifeln! 


Doch ohne Zweifel konnte ich mich nicht auf eine solch längere Reise einlassen, mit dem Wissen, dass jemand daheim auf mich wartet. Ich brauchte den Kopf frei, um meine Wahrheit leben zu können, ohne – in welcher Form auch immer – gehemmt sein zu müssen. 

Zeichen

Spannend waren nichtsdestotrotz die Zeichen, in denen ich jedesmal den Eiffelturm wahrnehmen konnte – sei es in einem Instagram-Video von Phil Goodauf dessen Polster auf der Couch oder einer Karte im Scheckkarten-Format, auf der stand “Folge deinem Herzen”, die mir später auch noch meine Freundin aus ihrem Buchladen schenkte. 

Finde ich in Paris meinen Seelenpartner?


Die Sehnsucht nach Hawaii verspürte ich erstmals durch den Film und die Musik “The Descendants”. In einem Video und bei einem „Bücher mit Herz“-Verlagsmeeting hörte ich von „ho’oponopono“, es ist ein Ritual aus Hawaii, bei dem es um Vergebung geht, welches mich wiederum zu den Hawaiianischen Inseln führte. Meine Ambition, irgendwann nach Hawaii zu kommen, wurde mit dem Video verstärkt und durch die Tatsache, dass die Hawaiianer so friedlich miteinander leben. Zugefallen ist mir obendrein ein Reiseführer über Hawaii in der bereits erwähnten Lieblingsbuchhandlung Skybooksin Mödling, den ich – als er mir ins Auge gestochen war – um einen Euro gebraucht womöglich in weiser Voraussicht erwarb.

Ruf des Herzens folgen


Aus den Zeichen, die ich erhalten habe, entstand ein Ruf, dem ich folgen wollte. Weitere Weichen wurden gestellt, bis der Beginn (m)einer Reise Wirklichkeit wurde.
Es ergab sich eines ins andere. Im Herbst 2018 packte mich endgültig der Entschluss, auf Reisen zu gehen – aus mehreren Gründen: Ich war Single, meine Kinder sind erwachsen geworden und haben beide einen Job, verdienen ihr eigenes Geld, sind autark genug, alleine ihren Weg zu gehen, sodass ich als Mutter meinen Ruf folgen oder auch meinen Spleen durchsetzen kann. Ich las mehrere Bücher, die mir wiederum zufällig in die Hände geraten waren. Es war die „Magnolienfrau“und „Mit 50 Euro um die Welt“. Beide Bücher waren für mich sehr bewegend und inspirierend. Zweiteres erzählt von einem jungen deutschen Burschen, der eine 4-jährige Weltreise machte. Er führte mich zu der Möglichkeit des Couchsurfens. Sogleich lud ich mir die entsprechende App herunter und registrierte mich, um näher in die Welt des „Low-Budget“-Reisens einzutauchen.


Wir kündigten schweren Herzens unsere Wohnung in Liesing, in der wir fast 12 Jahre gelebt hatten. Zwei Jahre zuvor zog ich bereits nach Mödling, was ich positiven Umständen verdanke. Meine jüngere Tochter wohnte seitdem mit ihrem Freund in der Liesinger Wohnung. Es war jedoch eine kostspielige Angelegenheit, und so ließ die Trennung der beiden die Entscheidung fällen, die Wohnung aufzugeben. Meine Idee entstand, meiner Tochter anzubieten, während meiner Reise, die ich einmal geistig für ein halbes Jahr plante, in meine kleine Mödlinger Wohnung zu ziehen. So wäre uns beiden finanziell erst einmal geholfen.


Natürlich würde meine Reise eine „Low-Budget“-Reise werden. Ich informierte mich in unzähligen Videos von Weltreisenden über alles Notwendige. Auch der Jakobsweg kam mir dabei wieder unter. Ich bevorzugte die Küstenvariante und kaufte mir bereits einen Wanderführer für die Region des Camino del Norte wie auch den des Camino de Portuguese. Es gibt – mit wem ich auch spreche – so einige Für und Wider was die Küste und auch Portugal anbelangt. Vielleicht mache ich auch Teile von jedem. Eine Option für mich wäre, nach meiner Mariazell-Pilgerung Anfang Juni weiter zu pilgern und zu trampen, ein bisschen mit dem Zug, ein bisschen mit dem Bus, und zu wandern, wenn mir danach ist – auf diese Weise in Richtung Westen bis nach Paris, dort weiter Richtung Spanien und Portugal bis nach Santiago de Compostela. Und wenn es mir zu heiß wird, lege ich einen Low-Budget-Meeresaufenthalt ein, wo es mir gerade gefällt. Es kamen mir auch weitere Optionen in den Sinn, im wahrsten Sinne, denn Sinn soll das Ganze jedenfalls auch haben… im Dienste der Menschheit.


Ein Ashram in Indien für vier Wochen als Reisebeginn bewegte zuerst mein Herz. Nicht zuletzt Dank „Eat Pray Love„, wo die Hauptdarstellerin in Indien betete, und Dank der „Magnolienfrau“,die in Indien ihre Liebe fand. Ich suchte mir ein Ashram in Goa aus, denn ich liebe das Meer. Ich war beinahe soweit, dass ich buchte. Doch es kamen Bedenken auf, einige Freundinnen und Bekannte rieten von Indien als erste Destination ab und ich bekam nicht nur Angst wegen ihrer Sorgen, was in einem Land wie Indien alles auf mich als Frau zukommen könnte, sondern auch wegen notwendiger Impfungen, die ich vermeiden wollte. Ich machte einen Impfstatus bei meiner Ärztin, die feststellte, dass ich Hepatitis A noch geschützt bin, obwohl meine Impfungen mehr als 20 Jahre zurücklagen. Doch die Ärztin empfahl mir eine Reihe anderer Impfungen, wie Cholera und Hepatitis B, welche ich sogleich trotz meiner inneren Impfabwehr in der Apotheke besorgte. Erst danach las ich im Internet nach, was diese Impfungen für Nebenwirkungen haben können. Obwohl ich durchaus intuitiv wusste, dass ich mich nicht impfen lassen möchte, löste erst das Nachlesen meine Entscheidung aus, mir weder die anderen Empfehlungen noch die beiden bereits im Kühlschrank gelagerten Impfungen zu injizieren. 70,- Euro liegen nun brach, aber gekühlt werden sie wenigstens.


Durch all diese Umstände schien es mir sinnvoller, erst einmal Europa zu bereisen. Mit dieser Entscheidung war ich beruhigter, auch um Sprachen aufzufrischen, denn Englisch konnte ich zwar kommunizieren, doch fehlte mir sehr viel an Routine und Vokabeln, erst recht in Italienisch. Ich begann englische Videos zu schauen und meine Lern-Hörbücher zu hören. In der EU unterwegs zu sein als Start meiner Reise wog mich in Sicherheit. Nur unentschieden war ich, mit welcher Stadt ich beginnen würde. Paris?


Die möglichen Flüge und Hostels als Unterkünfte zu checken, waren der Anfang, ebenso wie die Couchsurfing-App zu durchforsten. Meine Freundin bekam auch Freude daran, und wollte mich die ersten Tage begleiten. Sie wollte so gerne einmal nach Barcelona. Barcelona hat mich bereits vor zehn Jahren zweifellos fasziniert. Und so war es dann auch: Ich begann meine Reise in Spanien, nicht in Frankreich. 

Der Plan war somit, meine Reise am 4. Februar 2019 in Barcelona zu starten, denn ab Anfang Februar würde meine Tochter meine Wohnung benötigen. Meine geplante freundschaftliche Begleitung musste jedoch ausfallen. Doch mein Hostel war bereits gebucht – um 12,- Euro pro Nacht im gemischten 12er-Schlafsaal inklusive Frühstück. Es war der günstigste mögliche Tarif in dieser Unterkunft. Zu einer späteren Saison würde der Preis doppelt so hoch sein.

Werde ich es wagen, die Reise nun doch alleine anzutreten? Traue ich mich, den Flug zu buchen, der in der günstigsten Version nicht stornierbar ist? Werde ich diese Risiken eingehen? Oder werde ich doch einen feigen Rückzieher machen, in meine Komfortzone zurücktreten, und das Hostel auf Booking.com bequem und kostenlos stornieren? 

Ich wagte es! Ich entschied mich, meine Reise alleine anzugehen und buchte den Flug um 58,- Euro inklusive Gepäckaufgabe, ohne Stornomöglichkeit. Dies war eine echte Hürde für mich und erforderte unglaublich viel Mut. 

Wow, ich hab’s tatsächlich getan! Ich hab gebucht!

Jetzt gibt es kein zurück mehr! 

Oder doch?

In meinem im Werden befindlichen Buch #fromeuropetohawaiiberichte ich ausführlich über einige Herausforderungen, die mich vor meinen Abflug noch ordentlich auf die Probe stellten.

Paris muss noch warten, es hat in der Detail-Planung noch nicht Platz gefunden. Spanien und Italien jedoch sehr wohl … weil dann doch soweit alles geregelt war und ich ein gutes Gefühl hatte, die Reise anzutreten… und weil wohl der RICHTIGE Zeitpunkt für eine solche längere Reise NIE wirklich gegeben ist! Man findet immer Gründe, warum man daheim bleiben sollte. 

Wo brennt es in dir?

Wo ist es Zeit loszulassen?

Wo kannst du deinem Herzen mehr vertrauen als deinem Verstand?

Wo findest du deine Freude (wieder)?

Bist auch du mutig!?

Nimmst du das, was dir wirklich-wirklich wichtig ist, ernst?

Trete aus deiner Komfortzone heraus! 

Und erfreue dich deiner Freiheit, deinem Erfolg, deinem Glück, deinem Leben!

Herzensgrüße Eure Selina 

Folge deinem Herzen, es kennt den Weg!

Autor unbekannt

VOM LOSLASSEN UND DER KRAFT DER IMAGINATION

Ich habe eine besondere Erinnerung an meine allererste Wohnung. Sie bestand nur aus einem einzigen Raum, aber sie hatte ein riesiges Fenster, das sich über eine ganze Wandlänge erstreckte.

So hatte ich sogar vom Bett aus liegend einen vollkommen freien Blick auf ein grünes Tal in naher Entfernung. Auf leichter Anhöhe thronte dort eine imposante Kirche in schlichten Farben und Formen. Rundherum gruppierten sich stattliche Häuser, von denen ich meist nur die Dächer sah.

Alles in allem war es ein sehr ruhiges, harmonisches Bild, dass sich mir dort bot und dessen Wert mir erst viel später bewusst wurde.

Immer wieder träumte ich von dieser Wohnung, die ich damals so gerne verlies. Ich kehrte in sie zurück, in dem ich mir heimlich den Schlüssel behalten hatte. Immer wieder verschaffte ich mir so einen Zutritt in sie. Alle meine Sachen waren noch da, aber sie waren verstaubt und eigentlich wertlos. Aber ich hatte das Gefühl, dort nach etwas zu suchen und den Schlüssel noch nicht zurückgeben zu können.

Nach vielen Jahren bin ich zufällig in die Gegend gekommen, ohne dass ich genau wusste, wo ich war. Plötzlich sah ich die Kirche vor mir und die Häuser rundherum – und fühlte mich magisch davon angezogen. Ein Bild so vertraut – so tief in mir schlummernd – wurde wieder lebendig. Ich ging in die Kirche hinein und dann verlies ich sie, nahm Abschied.

Schade, dass ich damals, als ich in der Wohnung wohnte, nicht mehr Geduld und Wertschätzung für sie, für mich aufbringen konnte.

Auch in meine zweite Wohnung bin ich im Traum oft zurückgekehrt. Dort bot sich mir jedoch ein schöneres Bild. Sie war noch mit meinen Möbeln eingerichtet und nahm mich freundlich (wie sie war) in Empfang. Im Traum lebte ich dann einige Zeit in ihr, aber wieder war es verboten. Manchmal war man mir auf der Spur, schnell musste ich diese wieder verwischen. Hier gab es nichts mehr zu finden, aber es war schön dort zu sein.

Lange habe ich beide Träume nicht mehr gehabt. Das ist ein gutes Zeichen. Es gilt, sich von den Häusern der Vergangenheit zu lösen, die bloß unsere eingesperrten Gefühle beherbergen. Das erfordert vor allem Zeit und ein bewusstes Weitergehen, Schritt für Schritt.

Von meiner letzten Wohnung, aus der ich vor zwei Jahren endgültig ausgezogen bin, habe ich noch kein einziges Mal geträumt. Aber ich gehe oft dorthin. In meinen Gedanken sperre ich die Tür auf und gehe von Raum zu Raum. Ich sehe das helle Licht in ihr und das viele Weiß. Sie ist wunderschön, wie immer. Sie ist meine zweite Haut und ich spüre ihre Energie, die mich verzaubert.

Herzensgrüße an alle, die mutig Ihren Träumen folgen
und die Schatten der Vergangenheit erlösen!
Beatrix Antoni

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